News
Presseaussendung vom 20. Juli 2011
Arzneimittel sind keine Preistreiber!
Der österreichische Apothekerverband verweist auf aktuelle Inflationsrate im Bereich Gesundheit.
PDF herunterladen
Apotheken finanzieren Nachtdienste selbst
Eine Million Menschen nutzen jedes Jahr die Dienste einer Apotheke in der Nacht. Denn die Gesundheit darf nicht warten. Täglich leisten 350 Apotheken in ganz Österreich Nachtdienste. Jede Nacht brauchen durchschnittlich 2.800 Menschen ein Arzneimittel oder Beratung. Die Kosten für die Bereitschaftsdienste betragen jährlich 33 Millionen Euro. Sie werden nicht aus öffentlichen Mitteln bezahlt, sondern von den Apotheken selbst aufgebracht. Die durch Nachtdienste erwirtschafteten Umsätze fallen dabei kaum ins Gewicht.
Hohe Lagerkosten für sichere Gesundheit
Dass man in Österreichs öffentlichen Apotheken auch seltene Arzneimittel problemlos bekommt, ist kein Wunder. Denn die Apotheken halten große Lagerbestände. Durchschnittlich lagern in jeder Apotheke ca. 18.000 Packungen von mehr als 6.000 verschiedenen Arzneimitteln. Das ist ein sehr hoher Wert. Denn in Österreich gibt es rund 12.000 zugelassene Arzneispezialitäten und rund 2.000 Hausspezialitäten. Der große Lagerbestand ist teuer für die Apotheken, aber gut für die Gesundheit. Und wenn ein Arzneimittel einmal nicht lagernd sein sollte, dann beschaffen es die Apotheken schnellstmöglich: Durchschnittlich wird jede Apotheke zweimal am Tag beliefert. Der Expressdienst liefert im städtischen Bereich Arzneimittel sogar binnen einer Stunde.
Kostenlose Leistungen in Apotheken
Apotheken geben nicht nur Arzneimittel ab, sondern bieten ihren Kunden auch umfassende Beratung und für die Gesundheit nötige Informationen. Nicht wenige Besucher einer Apotheke benötigen dann gar kein Arzneimittel, sondern gehen mit einem praktischen Gesundheitstipp des Apothekers heim. Leistungen, für die man anderswo bezahlen muss, sind in der Apotheke kostenlos. Die Apotheker sind eben keine Händler, sondern Gesundheitsdienstleister, die auch einmal von einem unnötigen Arzneimittelbezug abraten. Und übrigens: Die Rezeptgebühren heben die Apotheker im Auftrag der Krankenkassen ein und leiten sie in der gleichen Höhe an diese weiter. Auch viele Gesundheits-Vorsorgeaktionen laufen über die öffentliche Apotheke: Kostenlos und unbürokratisch. Solche Leistungen gibt es im Internet nicht.
Österreichs Apotheker im Europa-Vergleich Spitze
Die neue Berufe-Rangliste von Reader´s Digest zeigt: Österreichs Apotheker haben einen exzellenten Ruf. 96 Prozent der Bevölkerung sagen, dass sie hohes Vertrauen in Apothekerinnen und Apotheker haben. Das ist der Spitzenwert in Europa. Die Apotheker werden in der Rangliste von den Ärzten mit 90 Prozent gefolgt.

Readers Digest Vertrauensgrafik
Hochwertige Ausbildung sichert höchste Qualität
Die Ausbildung der österreichischen Apothekerinnen und Apotheker liegt auf höchstem Niveau. Dahinter stehen ein erstklassiges Ausbildungssystem und strenge Auswahlkriterien: Rund 15 Semester dauert ein Studium der Pharmazie an der Universität im Durchschnitt. Wer es erfolgreich absolviert hat, muss mindestens sechs Jahre arbeiten, um selbst eine Apotheke führen zu dürfen.
Das Studium der Pharmazie an der Universität ist umfangreich und umfasst unter anderem die Fächer Pharmazeutische Chemie, Arzneipflanzenlehre, Pharmakologie Pharmazeutische Technologie und Herstellung von Arzneimitteln, Ernährungslehre und vieles mehr. Damit bekommen die angehenden Apotheker eine profunde Ausbildung für alle Anforderungen, die heute die Bevölkerung zu Recht an eine moderne Apotheke stellt.
Erfahrung zählt bei den Apothekern
In vielen Bereichen werden ältere Fachkräfte aus der Arbeitswelt gedrängt – in Österreichs Apotheken weiß man ihre Erfahrung zu schätzen. Deshalb gibt es auch zahlreiche 50plus-Fachkräfte in Apotheken. Sie werden nicht durch junge Mitarbeiter ausgetauscht, sondern stehen mit ihrem Fachwissen den Kundinnen und Kunden zur Verfügung. Ein Grund dafür ist auch, dass durch das Umlagensystem dem Apothekenbetrieb ein junger Apotheker genauso viel kostet wie ein älterer. Das gibt es sonst in keiner Branche.
Gesundheitsmanagement ist Frauensache
Experten verweisen immer wieder darauf: In den Familien sind die Frauen die Gesundheitsmanagerinnen. Das wissen Österreichs Apotheken besonders zu schätzen. Und umgekehrt. Deshalb ist der Frauenanteil in Apotheken sehr hoch. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist fär weibliche Fachkräfte kein Problem. Auch die Arbeitszeiten sind mit dem Familienleben durch Teildienste gut abzustimmen. Andere reden über soziale Verantwortung – die Apotheken leben sie.
Intensive Weiterbildung im Dienst der Kunden
Apothekerinnen und Apotheker bilden sich laufend weiter. Davon profitieren ihre Kunden tagtäglich. Die Bandbreite der Weiterbildungen reicht von Impfungen über Homöopathie bis hin zu Wechselwirkungen von Arzneimitteln. Jedes Jahr werden über 100 pharmazeutische Fortbildungsveranstaltungen angeboten, an denen über 8.000 Apothekerinnen und Apotheker teilnehmen. Kaum eine andere Berufsgruppe ist so in Sachen Weiterbildung aktiv wie die Apothekerinnen und Apotheker.
Gesundheitskarriere mit Lehre
Österreichs Apotheken sind wichtige Ausbildungseinrichtungen für junge Menschen. Jährlich bieten sie rund 1000 Ausbildungsplätze für die Lehre zum Pharmazeutisch-Kaufmännischen Assistenten (PKA). Dieser Beruf ist für den Betrieb einer Apotheke sehr wichtig. Qualitätsvolle Ausbildung wird daher großgeschrieben.
Kontrolle ist besser
Der Grundsatz „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ spielt in Österreichs Apotheken in jeder Hinsicht eine wichtige Rolle. Neben der internen Qualitätskontrolle gibt es auch regelmäßige externe Kontrollen. Dabei erfolgt – spätestens alle fünf Jahre – eine genaue Überprüfung der Apotheke durch die zuständigen Behörden.
Vorsorge kommt aus der Apotheke
In der Gesundheitspolitik setzt sich schön langsam die Einsicht durch, dass Vorsorge besser ist als Reparaturmedizin. In den Apotheken wird schon lange Gesundheitsvorsorge betrieben. Ein gutes Beispiel dafür ist die Zeckenschutz-Impfaktion – die „Mutter“ aller Impfaktionen. Sie geht auf eine Initiative der Apotheker zurück.
Für Beratung ist immer Zeit
Bei Gesundheitsberufen ist die ausführliche Beratung der Patienten besonders wichtig. Österreichs Apotheker haben mit Husch-Pfusch-Aktionen nichts am Hut. Eine neue Erhebung zeigt: 32,3 der Beratungen dauern bis zu drei Minuten, und für 64,6 Prozent aller Beratungen nehmen sich die Apotheker bis zu zehn Minuten Zeit. Davon kann man bei anderen Gesundheitsberufen nur träumen.
Österreichische Apotheken gehören zu den günstigsten
Der europäische Vergleich der durchschnittlichen Apothekenpreise (IPF 2010) zeigt: Österreichs Apotheken liegen im unteren Drittel. Der durchschnittliche Preis liegt bei 16,41.- Euro. Preisliche Spitzenreiter sind hingegen die Apotheken in Dänemark (36,46.-), unsere Nachbarn in Deutschland (25,37.-) und Finnland (21,83.-).
Verbraucherpreisindex steigt, Medikamentenpreisindex sinkt
Die Analyse der Entwicklung von Verbraucherpreis- und Medikamentenpreisindex zeigt ein interessantes Bild: Während der Verbraucherpreisindex von 1996 auf 2009 auf 125,2 stieg, ging es mit dem Medikamentenpreisindex im selben Zeitraum auf 82,0 klar bergab. Fazit dieser Analyse von Pharmig, Statistik Austria und IMS: Vieles wurde in den vergangenen Jahren deutlich teurer – die Arzneimittel in der Apotheke allerdings nicht.
Geringe Gewinnspanne bei Apotheken
Gemeinsam mit dem Lebensmittelhandel haben die Apotheken eine der geringsten Gewinnspannen. Während Versand- und Interneteinzelhandel, Schuhhandel und Bekleidungshandel Gewinnspannen rund um die 50 Prozent-Marke verbuchen können, lag die Gewinnspanne laut einer Erhebung der KMU-Forschung Austria 2008/2009 nur bei 29 Prozent – vor dem Lebensmittelhandel mit 25,3 Prozent.
Top-Vertrauenswerte für Krankenschwestern, Feuerwehr und Apotheker
Österreichs Apothekerinnen und Apotheker genießen bei der Bevölkerung höchstes Vertrauen, zeigt die aktuelle Reader´s Digest-Umfrage: 96% der Bevölkerung vertrauen ihnen. Damit müssen sich die Apotheker nur den Krankenschwestern und Feuerwehr-Leuten geschlagen geben, die einen Prozentpunkt mehr Vertrauen zugesprochen bekamen. Im internationalen Vergleich liegen die Apotheker mit 84% klar vor den Ärzten, denen 81% ihr Vertrauen aussprechen.
Mehr Packungen, mehr Personal, weniger Ertrag
Die Ertragssituation von Apotheken ist anders als ihr Ruf. Die Statistik zeigt: Der Aufwand für Personal ist seit dem Jahr 2000 um mehr als die Hälfte gestiegen. Während die Anzahl der abgegebenen Packungen und damit der Arbeitseinsatz der Apotheker deutlich stieg, stagniert der Rohertrag pro Packung zumindest im Krankenkassenbereich. Fazit: Eine sichere wirtschaftliche Lage ist für viele Apotheken zur echten Herausforderung geworden.